Sandra Dirks - apprenti

#TrainerQuickie Suppenloch Nr. 1: Die Peinlich-Übung (Achtung: Sinnfrei!)

In vielen Methodenbüchern taucht diese Übung unter dem Namen „Evolution” auf. Eine frühere Kollegin nennt sie nur „Die Peinlich-Übung”. Sie hat sie einmal in einem gemeinsamen Seminar mitmachen müssen und hat sich furchtbar dafür geschämt – Gruß an Christiane! :-)  
Die Mehrzahl der Teilnehmer aber nicht und darum haben wir die Übung bis zum Ende durchgezogen.
Achtung! Diese Übung ist absolut sinnfrei! Ja, auch als AL-Lehrtrainerin braucht man in Ausnahmesituationen einfach mal absolut sinnfreie Methoden.

Diese Situationen sind:

  • ein heißer Sommer,
  • nach extremer Mittagsruhe und
  • wenn ich in einer Gruppe bin, die gerade eine Klausur oder Prüfung geschrieben hat. Dann brauchen wir DIESE Übung, um wieder arbeitsfähig zu werden.

Das erste Mal gelesen habe ich diese Übung übrigens in dem Ordner: „Abenteuer leiten” von Tom Senninger. Abenteuer leiten, in Abenteuern lernen

Die Übung:
An den Klapperstorch glaubt heutzutage, selbst im Elsass, kein Mensch mehr. Dass wir uns aber aus einem Ei entwickelt haben, ist dagegen eines der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse…
Um die Evolution des Menschen nachzuvollziehen ist es zunächst notwendig, die fünf Entwicklungsstadien mit der Gruppe zu proben. Zur besseren Verständlichkeit fügen wir einige Fotos dazu:

Das Ei sitzt in der Hocke, mit den Armen werden die Knie umfasst. Dabei wackelt das Ei leicht hin und her. Natürlich geben Eier keine Laute von sich.

ei

Das Huhn watschelt in der Hocke durch den Raum. Dabei ist es wichtig, dass sich die angewinkelten Ellbogen auf und nieder bewegen. Besonders wichtig ist das Gackern.

huhn
Der Dinosaurier richtet sich auf, streckt sich nach oben und zeigt seine fiesen krummen Krallen. Wie allgemein bekannt ist, brüllen Dinosaurier fürchterlich laut.

drache
Da fällt mir wieder ein, dass dies das erste Bild war, das wir beim Special-Fotoshooting gemacht haben, denn wir mussten ja erst die Nachbarkinder vom Spielplatz vertreiben… ;-)

Der Ninja grätscht in den leichten Ausfallschritt, er kämpft mit einem fiktiven Schwert und schreit laut und mit japanischem Akzent „Tschoija-jieehh!”.

samurai
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Der Weise stellt sich ruhig und aufrecht an den Rand des Geschehens. Legt wie der Denker von Rodin die Hand unters Kinn und stützt sich auf den Armen ab. Er sieht den primitiven Spezies bei ihrer Entwicklung zu und schüttelt dabei hin und wieder mit dem Kopf.

denker

denker1

Zu Beginn des Spiels sind alle im Stadium eines Eis. Es liegt in der Natur des Menschen, sich immer weiter zu entwickeln. Das können sie, in dem sich immer zwei derselben Gattung treffen und mit „Stein-Schere-Papier” oder “Ching-Chang-Chong” (einfach mal bei Google schauen, wie’s funktioniert) aushandeln, wer sich weiter entwickeln darf. Wer verliert wird wieder zum Ei. Wer einmal zu einem Weisen geworden ist, bleibt dabei und genießt das Zusehen.

Es dürfen immer nur zwei gleichartige Entwicklungsstufen miteinander verhandeln (Ei & Ei, Huhn & Huhn). Sollte einmal kein Vertreter der gleichen Entwicklungsstufe zugegen sein, so muss der Betreffende eben warten, bis der nächste diese Entwicklungsstufe erreicht.

Dann hatte ich neulich diese Idee, ich schrieb diesen Hinweis an eine liebe Kollegin:
„Wenn Ihr schon Fish! als Thema habt, dann solltet Ihr Meerestiere nehmen: 1. Stufe: Qualle, 2. Stufe: Goldfisch (lebt der im Meer? Na, egal, is’n Lacher, wenn Ihr das behauptet!), 3. Stufe: Oktopus, 4.Stufe: Delphin, 5. Stufe: Neptun (der Schlaue, der am Rand steht und sich über die niederen Kreaturen wundert). Einen Versuch ist es wert. Vielleicht auch die Teilnehmer fragen, welche Tiere wie darzustellen sind. Dabei dann nur die ausgefallensten und albernsten Ideen aufgreifen!”

Ach, wie schön zur echten Auflockerung, wenn’s mal wieder heiß her geht!
Welche Varianten haben Sie zu dieser Übung schon ausprobiert?

1Antworten an #TrainerQuickie Suppenloch Nr. 1: Die Peinlich-Übung (Achtung: Sinnfrei!)"

  1. Profilbild von Sandra Dirks Sandra Dirks sagt:

    Ich musste meinen Mann bitten, mich für die Anschaulichkeit der Übung zu fotografieren. Teilnehmer hätten einer Veröffentlichung nie zugestimmt.
    Dabei habe ich wieder gemerkt, dass die Übung hervorragend funktioniert: mein Kopf war frei für neue Ideen.
    Nur die Nachbarn, die schauen mich komisch an, weil wir die Bilder hinter dem Haus auf dem Spielplatz gemacht haben. Waren aber keine Kinder mehr da, die hatten wir ja mit Hilfe des Drachens vertrieben …. Fauch! ;-)

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